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Malawi Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
SUNDAY, 16 AUGUST 2009 18:00
In erster Linie besuchte ich in Malawi wieder meinen Freund, den Salesianerbruder Walter. Seit fast drei Jahren hatten wir uns nicht mehr gesehen. Für mich stellte es unter anderem eine interessante Möglichkeit dar, wieder einmal ein neues Land in Afrika kennen zu lernen.

Aber einfach nur Urlaub zu machen ist mir zu wenig und wer die Salesianer kennt, weiß, es gibt immer was zu tun. Und so auch für mich.

Bis zu meiner Ankunft in Lilongwe war mir meine Aufgabe aber nicht ganz klar. Jedenfalls schrieb mir Walter etwas von einem Computerlabor, in dem sie gerne ein Server-Client Netzwerk installieren möchten und dass es rund um diese Anforderung einiges zu tun gäbe.

In Lilongwe, der Hauptstadt Malawis, angekommen, hatte ich gleich mal Probleme mit meinem Visum, dass ich um teures Geld in Berlin machen ließ.
Ich musste nächsten Tag zum "Immigration Office" um nochmals US$ 60,- für ein gültiges Visa zu bezahlen.

Auf der Fahrt zu den Salesianern in "Area 23" erkannte ich schnell, dass dieses Land anders ist als jene die ich bisher kennen gelernt habe. Vor allem die Armut Malawis lässt sich nicht verschweigen. Die Fakten stellen meine Eindrücke in Zahlen dar. Auch in der Stadt wird auf jedem grünen Fleck Mais angebaut, die Straßen, meist nicht asphaltiert, sind besonders in der Regenzeit nur schwer passierbar.

Um so überraschender ist dann das Areal der Salesianer, dass die Community, das Oratorium und das Technical College umfasst. Die Anlage erscheint sehr großzügig und gepflegt.

Man muss wissen, dass die Salesianer erst seit 10 Jahren in Malawi tätig sind und das College seit 6 Jahren besteht. Walter erzählte mir aber, dass die Klassenräume in der Zwischenzeit zu wenig sind. Es ist geplant in den Werkstätten Decken einzuziehen um im Obergeschoss zusätzliche Klassen einrichten zu können.



Insgesamt werden zur Zeit ca. 300 Leute in 8 verschiedenen Berufen ausgebildet. Vorraussetzung für eine Aufnahme im "Salesian Technical College" ist der Abschluss einer "Secondary School".

Die folgenden Ausbildungszweige werden angeboten:
  1. Automechanik
  2. Maurer
  3. Tischler
  4. Elektriker
  5. Schneider
  6. Sekretärswesen
  7. Buchhaltung
  8. Computertechnik

Alle Werkstätten sind sehr beeindruckend. Die Ausstattung entspricht dem heutigen Stand der Technik und die Ausbildung erfolgt auf sehr hohem Niveau. Das zeigt unter anderem der hohe Anteil an Theoriestunden.

Viele Absolventen bekommen sofort einen Job. Es kommt auch vor, dass Firmen die Ausbildungskosten von Studenten übernehmen, um sie für sich zu gewinnen.

Die SchneiderInnen sind die gefragteste Berufsgruppe. Sie machen oft schon während der Ausbildung Geld und danach eröffnen sie ein Geschäft und leben gut davon. Die Elektrikerausbildung ist aufgrund der nötigen Geräte und Lehrmaterialien die teuerste Ausbildung. Sie ist neben der staatlichen Ausbildungsstätte die einzige in ganz Malawi.

Meine Aufgabe bestand nun darin, in den beiden Computerlabs die Peer-to-Peer- Netzwerke in Server-Client-Netzwerke umzukonfigurieren. Die Installationsdetails sind hier aufgelistet. Ich verbrachte viel Zeit in den Computerräumen und alles verzögerte sich auch noch durch eine falsche Netzwerkverkabelung in einem der beiden Labs. Zu guter Letzt brachten wir aber alles wie gewünscht hin. Peter und Charles, die beiden Computerlehrer unterstützten mich tatkräftig. Vor allem die Erneuerung der Pinbelegung der Netzwerkstecker wurde von Peter hervorragend erledigt während Walter und ich auf Urlaub waren.



Unser Urlaub bestand aus einem Wochenende, wobei Walter am Freitag noch etwas in einer Druckerei in Balaka zu erledigen hatte.

Wir übernachteten bei Volontären des "Catholic Network of Volunteer Service", die allesamt in einer Schule, die von Schwestern geführt wird, unterrichten. Die Gruppe bestand aus zwei Amerikanern, einer Polin und einer Frau aus Malaysia. Sehr nette Leute. Ich fühlte mich wirklich wohl und hatte das Gefühl sie schon ewig zu kennen.

Nächsten Tag gings nach Salima, einem Ort direkt am Malawisee gelegen, wo wir in einem wunderschönen Haus übernachten durften. Dieses Haus ist im Besitz eines portugiesischen Ehepaars, dass die zweitgrösste Baufirma Malawis betreibt und gute Bekannte und Förderer der Salesianer sind.
Am Abend besuchten wir noch einen Freund Walters, ein Restaurantmanager, wo wir einen originalen Fisch, frisch gefangen aus dem Malawisee, essen konnten.

Am Sonntag fuhren wir über Khotakhota, wo sich auch eine Salesianereinrichtung befindet, nach Lilongwe zurück. Insgesamt war es ein sehr gelungener Kurzurlaub bei dem ich mir einen guten Überblick vom Land verschaffen konnte.
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